Lestrann-Kreuzweg

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Lestrann-Kreuzweg/Splittertal

Ein langgezogenes Tal, das dem Weg von Mîrhaven gen Norden folgt. Das Tal verläuft sich am Ende nach Westen und Norden in die wilden Hügellande Lestranns und im Osten in die Ausläufer des Silberwaldes, der nach Norden hin den Verlauf des Lebensflusses begleitet.

Geografie

Nördlich der Bucht von Mîrhaven durchzieht ein langes Tal den Übergang zwischen dem hügeligen Land Lestranns im Nordwesten und des tiefer gelegenen, bewaldeten Flusslaufs des Lebensflusses im Südosten. Eine lange Hügelkette im Osten und eine kürzere im Westen schirmen das Tal von den kalten Winden Lestranns ebenso wie von den dichten Wäldern des Silberwaldes ab. Aus dem Tal gesehen erscheinen die beiden Hügelketten bereits wie kleine Bergrücken.

Lage & Landschaft

Das langgezogene Tal verbindet die Stadt Mîrhaven mit Hügeln und Mooren Lestranns sowie der Nebellande. Bis vor kurzen war das Tal ein sanft hügeliges Land aus fruchtbarer Erde. In uralten Legenden ist nachzulesen, dass einst ein Nebenarm des Lebensflusses durch das Tal floss.

Vor einigen Jahren jedoch (Herbst 2015) erschütterte ein großes Erdbeben das Tal und ließ Klüfte und Spalten aufbrechen und führte mit den nachfolgendes Ereignissen zur Aufgabe vieler Höfe im nördlichen Teil des Tals. Seitdem nennen die Bewohner ihr Tal Splittertal.

Das Tal ist daher heute geprägt von einer extremen Abfolge an Stücken ebenen, fruchtbaren Landes und tiefen Klüften und Schründen. Manche dieser Risse im Leib der Erde sind nur wenige Schritt tief, andere werden zwar immer enger, scheinen aber tief und sehr weit in die Erde hinein zu führen. Andere wieder haben brackiges Wasser an ihrem Grund. Allen gemeinsam aber ist die Gefahr, bei Regen schnell vollzulaufen und aufgrund ihrer steilen Hänge mit teils messerscharfen Felsbrüchen zur tödlichen Falle zu werden.

Das Ackerland ist fruchtbarer Lössboden, gut geeignet für den Ackerbau. Und wo der Talboden in die Hänge der beiden Hügelketten übergeht, finden sich grüne Wiesen und kleine Almflächen. Große Waldflächen gibt es im Tal seit der Ankunft der Bauern schon lange nicht mehr. Geblieben sind nur einzelne Baumbestände, vor allem an Obst- und anderen Nutzbäumen wie Birkenhaine, Eichen, Buchen, Nussbäume. Die Bauern des Tales schneiden Unterholz und Buschwerk immer wieder weg um Feuerholz oder Zweige für die Korbflechterei zu bekommen.

Im südlichen Teil des Tales liegt ein kleiner See, der von einem Wasserfall und Bach aus der nördlichen Hügelkette gespeist wird. Nach dem Erdbeben wurde aus diesem Bach ein regelrechter kleiner Fluss und auch der See hat sich um die Hälfte vergrößert. Nach Westen hin fließt er in den Silberwald und damit gen Lebensfluss ab. Kleinere Wasserfälle und Bachläufe durchziehen auch den nördlichen Teil des Splittertals.

Das Tal öffnet sich gen Mîrhaven im Süden und hin zur windgepeitschten Hügel- und Moorfläche Lestranns am nördlichen Ende. An seinem nördlichen Ausläufer berührt es zudem dort, wo die östliche Hügelkette verschwunden ist, die westlichen Ränder des Silberwaldes. Pässe über die westliche Hügelkette ins südliche Lestrann sind nicht bekannt. Durch die östliche Hügelkette führt im Süden des Tals der Durchbruch in den Silberwald und ins Tal des Lebensflusses.

Klima

Das Klima wird geprägt durch die Lage des Tals zwischen zwei Hügelketten. Der Wind, der das ganze Jahr über Lestranns umtost, wird an der nördlichen Kette gebrochen und nach oben gezwungen. Dort trifft sie auf die wärmere Luft des Tals und legt sich als ganzjährig, vor allem abends und morgens Nebel auf den Hügelgrat, den die Bauern daher Nebelgrat nennen. Auch die Hügelkette im Süden liegt oft in Nebel gehüllt doch ist es hier der wärmere Nebel, der aus dem Silberwald aufsteigt.

Das Tal bekommt kaum aufgrund seiner Lage weniger Stürme ab, dafür aber auch weniger Niederschlag. Gefürchtet sind aber die Wetter, die es dank Sturm über die Hügelketten schaffen: sie setzen sich dann mit Dauerregen und Nebelwolken oft tagelang im Tals fest und können nicht weichen. Dank der Bäche und der aus der nördlichen Hügelkette kommenden Wasserfälle aber ist das ganze Jahr über genug Wasser vorhanden für Landwirtschaft und Viehzucht.

Die Wintermonde nennen die Bauern „Zwielichtzeit“, da die Sonne nur mittags das Tal erreicht und vorher ihr Licht durch den Nebelgrat und die Hügel gen Silberwald gefiltert wirkt. Diese Zeit des Jahres dient dem Handwerk im warmen Heim und der Reparatur der Ausrüstung.

Im Frühjahr beginnt die Vorbereitung der Felder und das Vieh wird auf die Wiesenflächen am Fuß der Hügel geführt. Manches Gemüse wird schon ausgesät.

Der Sommer fühlt sich wegen des fehlenden starken Wind Lestranns wärmer an. In der direkten Sonne zu Hochsonne kann es sogar schweißtreibend warm werden. Es ist die Zeit der Aussaat für die Bauern, wobei dabei das Frühgemüse geerntet und unterpflügt wird. Letzteres dient dem Düngen der nun kommenden Getreideaussaat.

Der Herbst beginnt mit dem Ernten des Getreides und endet mit der Rückführung des Viehs zu den Ställen. Alle Schäden an den Höfen müssen nun repariert werden bevor die Zwielichtzeit beginnt.

Am Übergang zwischen Herbst und Winter kann es zu einem Wetterphänomen kommen, das die Bewohner im Tal fürchten und für ein böses Omen des Kommenden halten. Dann nämlich kann kalter Sturmwind direkt von Norden her ins Tal fließen und bildet aufgrund der noch vorhandenen Wärme zwischen den Hügelketten einen dichten Nebel, der sich wie lange Finger immer weiter um die Höfe legt und das ganze Tal zu verschlingen scheint. Mit dem Nebel, so der Aberglaube, kommen im besten Fall wilde Worge und Orkrotten zum Plündern ins Tal. Doch die alten Leute raunen hinter vorgehaltener Hand, dass noch weit schlimmeres, wilderes und älteres mit dem Nebel ins Tal kommt und seinen Preis fordert.

Flora & Fauna

Flora

Im Splittertal gedeihen vorrangig Laubbäume wie Birken. Nadelhölzer umsäumen die Hügelhänge in kleinen Gruppen von Kiefern. Büsche und Sträucher werden abgeholzt oder bei Nutzpflanzen gehegt und gepflegt. Im Herbst wachsen auch hier viele Pilze.

= Fauna=

Das Splittertal ist seit Jahrhunderten intensiv genutztes Land. Daher überwiegt Nutzvieh wie Hühner und Enten, Schweine, Rinder und Schafe. Nur in den kleinen Birkenhainen und an den Bachläufen blieb Platz für Wildtiere wie Hasen, Füchse, Hörnchen, Bisamratten und dergleichen. In den Bächen gibt es weniger Fische als vielmehr Flusskrebse, deren einstiger Ursprung wohl in den Tiefen des Unterreichs liegen dürften. Kleine Nager sind wie überall der Fluch der Bauern und sie wehren sich mit Hunden und Katzen.

Gefürchtet sind die wilden Wölfe aus Lestrann sowie noch mehr die Worgrudel, die ab und an aus dem Silberwald kommen und großen Schaden anrichten. Überfälle der Orkstämme aus dem Norden gab es schon lange nicht mehr, vor allem nach dem großen Beben.

Bodenschätze

Das Splittertal ist die Kornkammer Mîrhavens. Dazu kommt heimisches Obst wie Äpfel und Birnen, Nüsse und natürlich verschiedene Obstbrände, die den Winter über mit der Fass- und-Eis-Methode hergestellt werden. Hier liegt auch die alte Salzmine, die heute aber gemieden wird. Durch das Beben haben sich viele Klüfte geöffnet, aber bisher kamen noch keine menschlichen oder zwergischen Prospektoren und Geomanten, um darin nach wertvollen Adern zu suchen.

Entstehung und Geschichte

Auch hier wurde die Landschaft durch die Vergletscherung während der Elementarkriege stark geformt. Abfließendes Schmelzwasser bildetet das Tal und transportierte den fruchtbaren Boden hinein. Der Lebensfluss scheint damals einen Zweitarm in das Tal besessen zu haben, der aber schon lange trockenfiel oder sich vielleicht unter die Erde verzog. Seit Jahrhunderten wird das Tal landwirtschaftlich genutzt.

= Bevölkerung=

Es gibt im ganzen Tal große und kleine Bauernhöfe. Während die Höfe in der Talmitte dem Getreide- und Gemüseanbau dienen, überwiegt auf den Randhöfen die Viehwirtschaft: erst Rinder und Schweine, dann immer mehr Schafe und Ziegen, die noch an den Hängen ihre Nahrung finden. Die Talleute sind bodenständig und gottesfürchtig; eine eingeschworene Gemeinschaft, deren Freundschaft und Respekt man sich hart verdienen muss, dann aber gilt sie. Guten und regen Kontakte haben sie nach Mîrhaven, ihrem Absatz- und Einkaufsmarkt, sowie den Jägern und Holzfällern Lestranns.

Nach dem Erdbeben und Aufbrechen des Talgrundes drangen Stämme wilder Orks und der Nebelbarbaren ins Tal und überfielen die nördlichen Höfe. Auch wenn die Nebelbarbaren mittlerweile aus dem Norden vertrieben sind und die verbleibenden Orkstämme sich in die Hügel des Nordens zurückgezogen haben, sind viele der Höfe im Norden des Tals noch immer verlassen und aufgegebene Ruinen.

Aktuelle Entwicklung

Mittlerweile zieht das Tal wieder neue Bewohner sowie Bauern an, aber auch Abenteurer. Man will eine Schule für die Kinder errichten, um sie in den Tagen der Zwielichtzeit zu unterrichten. Vor Jahren bezog eine Gruppe Kossuth-Anhänger eine der Hofruinen am Rand des Silberwaldes und baut diesen aus, um das Tal besser schützen zu können. Mittlerweile ging der Besitz in die Hände der Mîrhavener Tempel über.

Sehenswürdigkeiten

  • die alte Salzmine
  • der alte, versperrte Ebenentempel
  • die Höfe im Tal
  • der See

Handelswaren und Erzeugnisse

  • Getreide, Weizen und Roggen
  • Gemüse, Kürbisse, Bohnen, Kohl
  • Fleisch vom Rind, Schaf, Ziege und Schwein
  • Flusskrebse
  • Leder, Wolle
  • Käse von Rind, Schaf und Ziege
  • Flechtwerk, Schnitzereien, gewebte Tuche und Garn (gefertigt während der Wintermonde)
  • Obstbrände und Schnäpse
  • Durchgangsroute für Holz und Torf aus Lestrann, ebenso Wildfleisch
  • Seltene Pflanzen und Tiere aus dem Silberwald und Lestrann
  • nach dem Auflassen der Salzmine verebbte auch der Abbau von Erzen und Edelsteinen

Geschichten und Erzählungen